Mitsicherheit-Sommer-Leseliste

Ich habe für diesen Sommer eine ganze Reihe von Büchern zurechtgelegt, die ich lesen möchte. Mit einigen haben ich bereits begonnen, andere warten noch auf mich. Hier sind sie:

(c) Mitsicherheit
(c) Mitsicherheit

ISIS. The State of Terror (Jessica Stern und J.M. Berger)

Ein absolut zugängliches und sehr aktuelles Buch mit wenig Fachjargon. Wer etwas über die Kampagnen des Islamischen Staats in den Sozialen Medien und die Auseinandersetzung mit dem Westen und al-Qaida wissen will, kommt an diesem Buch glaube ich nicht vorbei (es gibt auch einen umfassenden Appendix, der Grundlagen des Islam und des Islamismus erklärt).

Boko Haram. Nigeria’s Islamist Insurgency (Virginia Comolli)

Virginia ist eine alte Kollegin von mir, deshalb habe ich natürlich einen gewissen positiven Bias gegenüber diesem Buch. Allerdings war ich vor einigen Wochen bei einer Vorstellung in der UN in New York und dort wurde das Buch von UN-Mitarbeitern, sowie einem Vertreter der Nigerianischen Regierung gelobt. Und das obwohl Virginia durchaus kritisch mit der Strategie dieser Regierung umgeht.

„We Love Death As You Love Life“. Britain’s Suburban Terrorists (Raffaello Pantucci)

Zehn Jahre sind die Anschläge auf die U-Bahn in London her. Pantucci’s Buch erforscht die Motivation hinter diesem Angriff und das Umfeld der Attentäter. Auf diese Studie habe ich lange gewartet (ich glaube das Buch war irgendwann einmal für 2011 angekündigt). Während meines Studiums am King’s College habe ich über den Anführer der „7/7-Gruppe“, Muhammad Siddiquie Kahn eine Hausarbeit geschrieben, jetzt bin ich sehr gespannt, wie der Fachmann es gemacht hat.

Days of Rage. America’s Radical Underground, The FBI, and the Forgotten Age of Revolutionary Violence (Bryan Burrough)

Ich werde diesen Sommer viel mit dem Auto fahren und da traf es sich gut, dass ich in der Bibliothek über dieses Hörbuch gestolpert bin. Burrough beschreibt die Auseinandersetzung zwischen Staat und linken Revolutionären in den USA in den 1970er Jahren. Dem Rückentext nach kein Buch für überzeugte Linke, dennoch sicherlich sehr gehaltvoll.

The End of Power. From Boardrooms To Battlefields And Churches To States, Why Being in Charge Isn’t What It Used to Be (Moisés Naím)

Naím schreibt, dass Macht sich dezentralisiert und schwieriger zu erhalten ist, das finde ich einen sehr spannenden Gedanken und ich glaube er hat Recht. In vielen Regionen der Welt war staatliche Macht schon immer eine Illusion. Aber wie sieht es im Westen aus?

Foreign Fighters. Transnational Identity in Civil Conflicts (David Malet)

Ich muss es endlich lesen, ich muss es endlich lesen, ich muss es endlich lesen… derzeit klingt „Foreign Fighters“ vor allen nach „Jihadist“, aber Malet hat schon vor ein paar Jahren mit seiner Forschung gezeigt, dass „Foreign Fighter“ ein Phänomen mit sehr viel Geschichte ist. Und auch heute gibt es andere Beispiele (siehe Russland-Deutsche, die in der Ukraine kämpfen).

Understanding Terrorism Innovation and Learning. Al-Qaeda and beyond (Editiert von Magnus Ranstorp und Magnus Normark)

Wo „ISIS. The State of Terror“ zugänglich und einfach zu verstehen ist, haben wir es hier mit dem Gegenteil zu tun. Dieses Buch ist geschrieben von Akademikern für Akademiker und zum Teil echt schwierig zu begreifen. Wahnsinniger Nerd-Kram. Es geht darum, wie Terrororganisationen ihre Taktiken und Waffen verändern und warum. Absolut spannendes Thema, aber nix easy-reading.

Battle Cry for Freedom. The Civil War Era (James McPherson)

Ein Klassiker der Literatur über den amerikanischen Bürgerkrieg. Im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um Südstaatensymbole in den USA (ausgelöst durch den Anschlag von Charleston und brennende schwarze Kirchen im Süden) ein sehr wertvolles Buch. Es wird klar: nicht alle Unions-Soldaten kämpften für die Abschaffung der Sklaverei, aber der Süden kämpfte eindeutig für deren Erhalt.

Der Dschihadist (Irfan Peci, Johannes Gust und Oliver Schröm)

Die persönliche Innenansicht eines ehemaligen Jihadisten und Szeneaussteigers, die einiges über die Geschichte des Jihadismus in Deutschland aufklärt? Natürlich wird das gelesen.

Weltrisikogesellschaft (Ulrich Beck)

In den Debatten um Terrorismus, Sicherheit, Freiheit und Überwachung geht es meiner (derzeitigen) Meinung nach oft um eine unterschiedliche Interpretation des Begriffs Risiko. Ich hoffe, in diesem Klassiker ein paar Anregungen zu dieser Debatte zu finden. Mal schauen.

Was sind eure Bücher für den Sommer?

 

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