Mitsicherheit-Newsletter (18.05. – 25.05)

#Mitsicherheit

Über den Newsletter (Kritik, Empfehlungen und Beschimpfungen bitte dort)

Mitsicherheit-Artikel: „Bundesbehörden gehen gegen Jihadisten vor“

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Die am meisten diskutierte Nachricht der vergangenen Woche ist sicherlich diese: die Freigabe einer Liste von Unterlagen, die 2011 nach dem Tod von Usama bin Ladin in dessen Haus in Abbottabad, Pakistan, gefunden wurden (hier geht es zur Liste). Zu der Sammlung gehören neben englischsprachigen Büchern auch etliche Think-Tank-Studien. Einige Forschungsinstitute nahmen es sportlich, so veröffentlichte die Jamestown Foundation eine Pressemitteilung mit dem Titel: „Jamestown Makes bin Laden’s Bookshelf“. Der Spiegel  und Brian Fishman haben die sonstigen Dokumente ausgewertet. Clinton Watts gibt Empfehlungen, wie solche Unterlagen am besten gelesen werden sollten. Daniel Drezner sieht als übergreifendes Thema der bin Ladin Bibliothek den Aufstieg und Verfall von Imperien, offenbar ein Versuch des al-Qaeda-Führers, die Entwicklungsrichtung der USA zu verstehen. Und noch mehr Analysen, dieses Mal von Brookings (1/2/3).


** News **

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Deutschland

  • Die neuste Ausgabe von Dabiq (#9), dem Magazin des Islamischen Staats, beinhaltet einen Artikel über zwei Deutsche. Einer hat sich bei einem Selbstmordanschlag im Irak getötet, der andere soll bei Kämpfen ebenfalls ums Leben gekommen sein. Eine Analyse gibt es vom Erasmus Monitor.
  • Angesichts der Bedrohung durch gewaltbereite Islamisten steht das BKA vor einem Personalengpass, so BKA-Chef Holger Münch (DPA).
  • Ein Iraker, der im vergangenen Jahr in der Schweiz verhaftet wurde, soll geplant haben, Bundespräsident Joachim Gauck zu töten (DPA).
  • Der Hamburger Verfassungsschutz-Chef Thorsten Voß nennt den Einsatz von V-Leuten unumgänglich (Welt).
  • Vor dem OLG Koblenz hat der Prozess gegen drei mutmaßliche PKK-Funktionäre begonnen (Welt).
  • Oktoberfest-Attentat: Grüne und Linke wollen Informationen erzwingen (Welt).
  • Störungsmelder veröffentlicht einen Aufruf zum Gedenken an drei Polizisten, die vor 15 Jahren von einem Neonazi erschossen wurden. Die Veranstaltung findet am 15. Juni in Dortmund-Brackel statt und wird in den Kontext einer zunehmenden Verharmlosung der rechtsextremen Bewegung durch die Behörden gestellt.
  • Die rechtsextreme Szene in Nordost-Deutschland bleibt gewalttätig, schreibt Endstation Rechts.
  • Bremen stellt seinen Verfassungsschutzbericht vor. Schwerpunkt liegen beim Salafismus, aber auch beim Rechextremismus, wo die Zahl der Straftaten gestiegen ist (Weser-Kurier).
  • Rheinland-Pfalz stellt seinen Verfassungsschutzbericht vor. Salafismus wird immer wichtiger (SWR).

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USA

  • Das FBI verhört die Ehefrau eines Anführers des Islamischen Staats – Abu Sayyaf – der in Syrien von US-Spezialkräften getötet wurde. Es erhofft sich Informationen über Geiseln, die von der Organisation gefangen gehalten werden (The Daily Beast).
  • „The Intercept“ wertet Akten aus dem Snowden-Fundus mit Bezug auf die Tötung von Usama bin Ladin aus (The Intercept).
  • Der US-Senat hat ein Gesetz abgelehnt, das die Abhörbefugnisse der NSA verlängert hätten (CNN).

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Frankreich

  • Zwei Franzosen sterben offenbar als Selbstmordattentäter im Irak (Long War Journal).

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Italien

  • Behörden verhaften einen Mann, der an dem Anschlag auf das tunesische Nationalmuseum im März beteiligt gewesen sein soll (BBC).

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Europa

  • Die Staaten in Europa wollen ihre Gesetze für die Prävention gegen Foreign Fighters angleichen (AP).

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Australien

  • Australien wird Foreign Fighter in Syrien und dem Irak nicht wieder ins Land lassen, sagt Premierminister Tony Abbot (Reuters).

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Islamischer Staat

  • Die Truppen des Islamischen Staats erobern die historische Oasenstadt Palmyra in Syrien und Ramadi im Irak (Zeit/Zeit).
  • Ein Porträt des ehemaligen Saddam-Vize und heutigen IS-Verbündeten Izzet Ibrahim al-Duri (NZZ).

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Saudi Arabien

  • Der Islamische Staat hat sich zu einem Selbstmordanschlag auf eine Shiitische Moschee in Saudi Arabien bekannt, bei dem mindestens 21 Menschen getötet wurden (PBS).

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Mali

  • Französische Spezialkräfte töten zwei Anführer von al-Qaida im Maghreb, die für den Tod von zwei französischen Journalisten verantwortlich sein sollen (France24).

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Libyen

  • Gadhafi’s Heimatstadt Sirte wird von einer mit dem Islamischen Staat verbündeten Gruppe erobert (Reuters).

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Burkina Faso

  • Eine jihadistische Gruppe nimmt einen Rumänen als Geisel (Reuters).

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** Longform **

Nicolas Pelham analysiert die Lage im Irak, den Islamischen Staat und ein mögliches Shia-Revival für The New York Review of Books.

Ben Taub beschreibt im New Yorker den Weg eines jungen Belgiers in den Krieg für den Islamischen Staat, der etliche Jugendliche inspiriert hat, sich ebenfalls dieser Organisation anzuschliessen.

Özlem Geser berichtet im Spiegel über den Kampf zwischen Sozialarbeitern und Ideologen um junge Jihadisten.

„The Intercept“ berichtet, wie die jihadistische Organisation al-Shabab ihre Reihen von ausländischen Kämpfern gesäubert hat.

Die Presse und die Welt porträtieren den prominenten Salafisten und ehemaligen Linksterroristen Bernd Falk.

Antonia Baum hat für die Faz einen spannenden Bericht über rappende Neonazis geschrieben.

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** Interview **

Im Interview mit dem Atlantic äussert sich US-Präsident Barack Obama ausführlich zu seiner Politik im Nahen Osten und gegenüber dem Islamischen Staat (The Atlantic).

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** Analyse **

„Erasmus Monitor“ porträtiert mehrere Jihadisten aus Frankfurt.

Will man den militanten Islamismus bekämpfen, muss man sich auch um die gewaltfreie Form kümmern, argumentiert Elham Manea.

Forschungsergebnisse deuten verstärkt daraufhin, dass Wettbewerb und Gewalt zwischen militanten Gruppen ernsthafte negative Konsequenzen haben, schreibt Brian J. Phillips.

Das International Institute for Counter Terrorism liefert eine Zusammenfassung von Diskussionsthemen in Jihadi-Foren, allerdings aus dem November 2014.

Dov S. Zakheim argumentiert, dass die richtige Strategie gegen den Islamischen Staat „Containment“ sei.

Die US-Regierung unterschätzt den Islamischen Staat, schreibt J.M. Berger für Politico.

Die Finanzen des Islamischen Staats sind stabil, analysiert die New York Times.

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** Bewegtbild/Media/Stuff **

Warum wir niemals die Videos von CIA-Folterungen sehen werden, beschreibt eine neue Dokumentation von Frontline. Dazu auch ein Bericht des Congressional Research Service.

Der Neonazi-Aussteiger Ingmar Knopp gibt einen tiefen Einblick in die rechte Szene in Deutschland (MDR).

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Bild: (c) Mitsicherheit

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