Der Anschlag von Garland

Am Sonntagabend haben zwei Männer eine Veranstaltung der Islam-Gegnerin Pamela Geller in Garland im US-Bundesstaat Texas angegriffen. Die Polizei erschoss die beiden, bevor sie größeren Schaden anrichten konnten.

Die Angreifer waren höchster Wahrscheinlichkeit nach Sympathisanten des Islamischen Staats und einer der Männer kündigte die Tat kurz zuvor auf seinem Twitter-Account (inzwischen offline) an:

 

Anschlag in Texas

 

Der Mann Elton Simpson war 2010 verurteilt worden, weil er geplant hatte sich der jihadistischen Organisation as-Shabaab in Somalia anzuschließen.

J.M. Berger hat das entsprechende Urteil und die Anklageschrift bereitgestellt (danke an Nike, die mich zuerst auf das Urteil hingewiesen hat):

Zunächst einmal ähnelt dieser Angriff stark den Attentaten auf die Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo in Paris im Januar und auf eine Veranstaltung in Kopenhagen einige Woche später. Der Trend von Anschlägen mit Schusswaffen setzt sich fort. Speziell wird dieser Angriff allerdings dadurch, dass die angegriffene Veranstaltung von Pamela Geller ausgerichtet wurde. Bei dem Event ging es ausschließlich um Zeichnungen von Mohammed-Karikaturen – von einer Veranstaltung zum Thema Meinungsfreiheit zu sprechen, wie das einige Medien getan haben, ist deshalb nicht falsch, greift aber etwas kurz.

Geller ist nicht einfach jemand, der sich kritisch mit dem Islam auseinandersetzt. Sie greift die Religion immer wieder scharf an und schreckt dabei vor Verfälschungen, Beleidigungen und Zuspitzungen nicht zurück. Das ist ihr gutes Recht. Sie verdient es nicht, dafür umgebracht zu werden. Zur Heldin macht es sie deswegen trotzdem nicht. Geller und andere wie zum Beispiel Geert Wilders gehören zum Meinungsrand unsere Gesellschaft, ich muss sie genauso ertragen, wie Pierre Vogel in Deutschland und Anjem Choudray in Großbritannien. Sie rufen (fast) nicht zu Gewalt auf und bleiben damit auf dem Boden der Meinungsfreiheit, die die Demokratie braucht. Aber durch ihre Aussagen polarisieren sie die Gesellschaft, schaffen Feindbilder und führend zu gegenseitiger Ablehnung von Menschen, die zusammen leben – eine problematische Perspektive, wenn dem nicht oft und ausreichend genug widersprochen wird.

Leider wird an diesem Angriff ein anderer Aspekt noch einmal sehr deutlich. Anschläge bekommen vor allem dann Aufmerksamkeit, wenn sie von Muslimen begangen werden. Das bedeutet nicht, dass sie weniger Beachtung verdienen, aber wir sollten uns ebenfalls sehr intensiv mit Attentaten von Gruppen und Personen aus anderen extremistischen Bereichen beschäftigen.

Foto-Credit: Frj (CCA 3.0)

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