Islamischer Staat ermordet jordanischen Piloten

Der Islamische Staat (IS) hat den jordanischen Kampfpiloten Muadh al-Kawasbeh ermordet. Er wurde in einen Käfig gesteckt und lebendig verbrannt.

Und ich frage mich erst einmal, welcher Penner sich diese kranke Scheisse ausdenkt. Irgendwo muss dort offenbar ein ausgesprochener Sadist sitzen, der den ganzen Tag vor allem darüber nachdenkt, wie man andere Menschen auf möglichst bestialische Art und Weise umbringt.

Aus dem Fenster werfen und wenn das nicht gereicht hat steinigen? Check.

Von einem Kind in den Kopf schießen lassen? Check.

Lebendig verbrennen? Check.

Der IS beweist, dass die einzige Grenze des terroristischen Repertoires die menschliche Vorstellungskraft ist. Die Brutalität seiner Taten kann der IS schon lange nicht mehr steigern, wie Yassin Musharbash richtig schreibt. Potenziert werden solche Taten allerdings durch den bewussten Einsatz von sozialen Medien.

Die sozialen Medien und die steigende Qualität der extra dafür gemachten professionellen Videoproduktionen sind der entscheidende Unterschied zwischen Massakern in Nigeria, Drohnenschlägen im Jemen mit dutzenden Toten und Morden, wie der an dem jordanischen Piloten. Und sie sind auch der Grund, warum unsere Aufmerksamkeit gebunden wird, obwohl überall auf der Welt Menschen anderen Menschen ähnliche Gewalt antun (auch in Berlin).

Meine emotionale Reaktion ist natürlich das Ziel des IS, Aufmerksamkeit bringt zusätzliche Ressourcen (Rekruten, Geld und Ausrüstung). Angst lässt Staaten und andere Gruppen vom Kampf gegen den IS absehen. Und schließlich: es mag paradox erscheinen, aber in der Konkurrenz verschiedener Gruppen um die genannten Ressourcen sind solche Aktionen Werbung – die Männer des IS sind die härtesten.

Das alles macht die Tat natürlich nicht weniger schrecklich, aber es hilft zu verstehen was da gerade passiert (ohne zu entschuldigen).

Der Krieg in Syrien und dem Irak hat sich in den letzten drei Jahren zu einem zunehmend entgrenzten Konflikt entwickelt, in dem jede Regel der Menschlichkeit gebrochen wird. Betroffen sind alle Menschen, die in der Region leben, egal ob Christen, Sunniten oder Schiiten. Die Forderungen von  Großmufti Scheich Ahmed al-Tajjib von der Al-Azhar- Universität in Kairo, die Mörder von Muadh al-Kawasbeh zu kreuzigen und zu foltern, zeigt, dass allgemein etwas ins Rutschen geraten ist. Die Konfliktparteien und die internationale Gemeinschaft haben ihr Bestes getan, damit es soweit kommen konnte.

Foto: U.S. Air Force

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